Ein legendäres Pokémon fängt man im Abenteuer, im Lauf der Spielhandlung. Ein mysteriöses Pokémon, das die Community meist „mythisch“ nennt, gab es früher nur über Event-Verteilungen. Der Pokédex zählt 23 davon, von Mew bis Infamomo. Darkrai ist mysteriös, Cresselia ist legendär, und seit ein paar Spielen ist diese Grenze in Bewegung geraten.

Mew, das allererste mysteriöse Pokémon. ©2026 Pokémon/Nintendo/Creatures/GAME FREAK
Was ist der Unterschied zwischen einem legendären und einem mysteriösen Pokémon?
Der Unterschied liegt darin, wie man sie bekommt. Ein legendäres Pokémon trifft man beim Spielen: Mewtu wartet tief in der Unbekannten Grotte, Arktos auf seiner Eisinsel. Ein mysteriöses tauchte im Spiel dagegen gar nicht auf. Ohne Event, Ladenverteilung oder Code blieb sein Eintrag im Pokédex leer.
Die Spielwelt folgt derselben Logik. Ein legendäres Pokémon ist extrem selten, den Bewohnern der Pokémon-Welt aber bekannt, oft steht es im Zentrum der regionalen Legenden. Ein mysteriöses ist so selten, dass schon seine Existenz als Gerücht gilt. Mew hat die Kategorie in Rot und Blau eröffnet: im normalen Spielverlauf nicht zu finden, hat es jahrelang Schulhof-Legenden befeuert, allen voran die vom berühmten Lastwagen neben der M.S. Anne.
| Legendäres Pokémon | Mysteriöses Pokémon | |
|---|---|---|
| Übliche Beschaffung | Fang im Abenteuer | Verteilung per Event |
| Rolle in der Spielwelt | Kern der Legenden des Spiels | Existenz gilt als Gerücht |
| Summe der Basiswerte | 570 bis 720 je nach Art | 600 bei den allermeisten |
| Offizielle Wettbewerbe | Oft eingeschränkt, manchmal erlaubt | Standardmäßig ausgeschlossen |
| Beispiele | Mewtu, Arktos, Cresselia | Mew, Darkrai, Arceus |
Bei den Zahlen bestätigt Poképédia das Bild: Die allermeisten mysteriösen Pokémon bleiben bei 600 Basiswertpunkten, während die großen Legendären auf 680 oder 720 kommen. Eine kleine Falle am Rande: 600 erreichen auch die Pseudo-Legendären wie Dragoran oder Knakrack. Legendär sind die im Sinne des Spiels trotzdem nicht: Sie lassen sich züchten, entstehen durch Entwicklung, und an ihrer Existenz zweifelt niemand. Stärke allein macht keinen Status.
Ist Darkrai ein mysteriöses Pokémon? Und Cresselia?
Ja, Darkrai ist ein mysteriöses Pokémon. Cresselia dagegen nicht, sie ist legendär und lässt sich im Abenteuer von Diamant und Perl ganz normal fangen. Das Mond-Duo vereint also beide Status, und genau das sorgt seit der vierten Generation für Verwirrung.

Cresselia, die Legendäre des Mond-Duos. ©2026 Pokémon/Nintendo/Creatures/GAME FREAK
In Diamant und Perl trifft man Cresselia auf der Vollmondinsel und verfolgt sie anschließend quer durch Sinnoh. Für Darkrai brauchte es dagegen die Mitgliedskarte, ein per Event verteiltes Item, um überhaupt auf die Neumondinsel zu gelangen. Gleiches Duo, zwei völlig verschiedene Zugänge: der Unterschied zwischen mysteriös und legendär, zusammengefasst in einem einzigen Paar. Der offizielle Pokédex spielt selbst mit dieser Gerüchte-Aura. „Dieses Pokémon hat die Macht, Menschen in tiefen Schlaf zu versetzen und ihre Träume zu beeinflussen“, heißt es in seinem Eintrag auf pokemon.com.

Darkrai, das mysteriöse Pokémon des Duos. ©2026 Pokémon/Nintendo/Creatures/GAME FREAK
Wenn Sie die Geschichte dieses Duos neugierig macht: Wir haben Herkunft und Mythologie von Darkrai und Cresselia in diesem Blog ausführlich erzählt.
Wie viele mysteriöse Pokémon gibt es? Die vollständige Liste
Der Pokédex zählt 2026 genau 23 mysteriöse Pokémon, verteilt von der ersten bis zur neunten Generation. Das erste ist Mew aus dem Jahr 1996. Das jüngste ist Infamomo, hinzugekommen mit dem DLC Die Indigo-Scheibe zu Karmesin und Purpur. Ein weiteres wurde seitdem nicht angekündigt.
| Mysteriöses Pokémon | Generation | Pokédex-Nr. | Beschaffung 2026 |
|---|---|---|---|
| Mew | I | 151 | Events, Transfer über Pokémon HOME |
| Celebi | II | 251 | Events, Transfer |
| Jirachi | III | 385 | Events, Transfer |
| Deoxys | III | 386 | Delta-Episode in Omega Rubin und Alpha Saphir |
| Phione | IV | 489 | Fang in Pokémon-Legenden: Arceus oder Zucht |
| Manaphy | IV | 490 | Pokémon-Legenden: Arceus |
| Darkrai | IV | 491 | Pokémon-Legenden: Arceus |
| Shaymin | IV | 492 | Pokémon-Legenden: Arceus |
| Arceus | IV | 493 | Pokémon-Legenden: Arceus |
| Victini | V | 494 | Nur über Events |
| Keldeo | V | 647 | DLC Mega-Dimension zu Pokémon-Legenden: Z-A |
| Meloetta | V | 648 | DLC Mega-Dimension zu Pokémon-Legenden: Z-A |
| Genesect | V | 649 | Events, Transfer |
| Diancie | VI | 719 | Events, Transfer |
| Hoopa | VI | 720 | Events, Transfer |
| Volcanion | VI | 721 | DLC Mega-Dimension zu Pokémon-Legenden: Z-A |
| Magearna | VII | 801 | QR-Code in Sonne, Mond, Ultrasonne und Ultramond |
| Marshadow | VII | 802 | Nur über Events |
| Zeraora | VII | 807 | Events, Transfer |
| Meltan | VII | 808 | Pokémon GO, in Verbindung mit Let’s Go und HOME |
| Melmetal | VII | 809 | Entwicklung von Meltan in Pokémon GO |
| Zarude | VIII | 893 | Nur über Events |
| Infamomo | IX | 1025 | Epilog des DLC Die Indigo-Scheibe, einmal pro Spielstand |

Infamomo, der Neuzugang der Liste. ©2026 Pokémon/Nintendo/Creatures/GAME FREAK
Zwei Fälle fallen aus dem Rahmen. Zuerst Arceus: 720 Basiswertpunkte, die höchste Summe der ganzen Kategorie, stimmig für das Wesen, das als Ursprung der Pokémon-Welt gilt. Dann Phione, der absolute Grenzfall: nur 480 Punkte, ein möglicher Fang in Pokémon-Legenden: Arceus und vor allem die Zucht. Setzen Sie Manaphy oder ein Phione zusammen mit einem Ditto in die Pension, und Sie bekommen Phione-Eier am laufenden Band, was es bei mysteriösen Pokémon sonst nirgends gibt. Über seinen Status wurde jahrelang gestritten, die offizielle Liste führt es aber sehr wohl.

Phione, das einzige mysteriöse Pokémon, das sich fortpflanzen kann. ©2026 Pokémon/Nintendo/Creatures/GAME FREAK
Warum sagen alle „mythische Pokémon“, obwohl der offizielle Begriff „mysteriöse Pokémon“ lautet?
Weil es im Englischen „Mythical Pokémon“ heißt und die Community das Adjektiv einfach übernommen hat. Offiziell heißt die Kategorie auf Deutsch trotzdem „mysteriöse Pokémon“, so nennen es die Spiele und die offizielle Website. Beide Wörter meinen exakt dieselbe Liste von 23 Kreaturen, ein versteckter Unterschied steckt nicht dahinter.
Die Geschichte des Begriffs ist erstaunlicher, als man denkt. In Japan bilden sie seit jeher eine eigene Kategorie, die maboroshi no Pokémon, wörtlich „illusorische Pokémon“. Im Westen lief bis zur fünften Generation alles unter dem Etikett „legendär“: Mew, Celebi oder Jirachi wurden in den westlichen Medien der Zeit als Legendäre vorgestellt. Erst ab Schwarz und Weiß wurde die Unterscheidung bei uns systematisch. Daher die endlosen Debatten zwischen Spielern verschiedener Generationen, denn je nachdem, wann jemand aufgewachsen ist, hatte das Wort einen anderen Umfang. Im Spanischen zeigt sich dieselbe Verschiebung, mit „Pokémon singular“ in Spanien und „Pokémon mítico“ in Lateinamerika.

Celebi, im Westen lange als „legendär“ vorgestellt. ©2026 Pokémon/Nintendo/Creatures/GAME FREAK
Kann man die mysteriösen Pokémon 2026 noch bekommen?
Ja, und leichter als je zuvor. Vierzehn der 23 mysteriösen Pokémon bekommt man heute ohne Warten auf eine Verteilung, verteilt auf vier Spiele. Nur Victini, Marshadow und Zarude hängen strikt an Events, dazu kommen die Unregelmäßigen wie Mew, Celebi oder Jirachi, die über die Jahre in Wellen verteilt werden.
Der Wendepunkt war die Delta-Episode von Omega Rubin und Alpha Saphir, das erste Spiel, das ein mysteriöses Pokémon ohne Event anbot: Deoxys. Pokémon-Legenden: Arceus hat danach die Schleusen geöffnet, mit Darkrai, Shaymin, Phione, Manaphy und Arceus. Jüngste Etappe: Seit dem DLC Mega-Dimension zu Pokémon-Legenden: Z-A, erschienen am 10. Dezember 2025, schaltet man Keldeo und Meloetta nach der Abschlussmission über spezielle Scans frei, Volcanion über eine Nebenmission. Deoxys, der DNS-Entität aus dem All, haben wir übrigens einen eigenen Artikel gewidmet, falls Sie der Fall interessiert.

Keldeo, seit Dezember 2025 in Z-A fangbar. ©2026 Pokémon/Nintendo/Creatures/GAME FREAK
Und das 30-jährige Jubiläum der Reihe? Bislang nichts bei den mysteriösen Pokémon: Die Verteilungen rund um die Weltmeisterschaft 2026 beschränken sich auf ein Fuegro über Twitch, kein mysteriöses Pokémon im Programm. Der Präzedenzfall macht trotzdem Hoffnung. 2016, zum 20. Geburtstag, verteilte The Pokémon Company ein ganzes Jahr lang jeden Monat ein anderes mysteriöses Pokémon. Wiederholt sich das zum Jubiläum, läuft es über das Geheimgeschenk, also behalten Sie es bis zum Jahresende im Auge.

Arceus, 720 Basiswertpunkte, Rekord unter den mysteriösen Pokémon. ©2026 Pokémon/Nintendo/Creatures/GAME FREAK
Zum Schluss ein Wort zum Shop. Unter den 29 Pokéball-Lampen im Katalog steckt genau ein mysteriöses Pokémon: Mew, mit dem Laser in den Kristall der Mew Pokéball-Lampe aus Kristall graviert, oder in der Variante mit Holzsockel, beide für 29,99 €. Die Legendären sind besser vertreten, unter anderem mit der Arktos Pokéball-Lampe mit Holzsockel. Den Rest der Reihe finden Sie in der Kollektion der Pokéball-Lampen.
Phione zeigt diese Unschärfe besonders gut: Der Pokédex führt es unter den mysteriösen Pokémon, ein offizieller Strategieführer hat es wegen seiner Fähigkeit zur Zucht aber ausdrücklich ausgeschlossen. Wir nehmen diesen Grenzfall auseinander und zeigen, wie Sie es im DLC Sprudelnde Tiefen von Pokémon Pokopia bekommen.
Offizielle Artworks aus dem Pokédex, bezogen über die Bulbagarden-Archive. ©2026 Pokémon/Nintendo/Creatures/GAME FREAK. Datenquellen: Poképédia, Bulbapedia, pokemon.com.








